Willkommen am MedTech

Institute of Medical and Polymer Engineering

News

  • Zeidler-Forschungs-Stiftung fördert Entwicklung eines realitätsnahen Operationsphantoms (mehr)
  • MedTech präsentiert auf den 3D-Tagen in Sankt Georgen (mehr)
  • Selbst-desinfizierende Kunststoffe: MedTech startet neues Projekt AntiMik (mehr)
  • MedTech-Startup essentim auf der Analytica 2016 (mehr)
  • Prof. Wintermantel verlässt die TU München (mehr)
  • Neue Firmengründung aus dem MedTech-Lehrstuhl (mehr)
  • Wieder Spitzenplatz in der Lehrlingsausbildung: Christian Gastinger wird Erster (mehr)
  • Prof. Wintermantel wurde in den Zukunftsrat der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft berufen (mehr)
  • Eine neue Professorin geht aus dem Lehrstuhl für Medizintechnik hervor (mehr)
  • Unser Preisträger Florian Huber: Feinwerkmechaniker mit dem Schwerpunkt Maschinenbau (mehr)
  • "Neuartige Stents - schonend und körperverträglich" (mehr)
  • Prof. Wintermantel erhält bedeutenden deutschen Medienpreis, den Dr.-Richard-Escales-Preis 2013 (mehr)
  • TV-Auftritt mit Prof. Wintermantel, Studentin Laura Blumenberg und Student Jonas Trinkhaus (mehr)
  • Ehrenvoller Besuch: Der Bayerische Staatsminister besucht uns (mehr)
  • Drei Professoren gehen aus dem Lehrstuhl hervor (mehr)

Einladung zur Kooperation

  • Wir bieten Industrie-Unternehmen mit F&E-Bedarf an, mit uns in Projekten zu kooperieren
  • Unternehmen des Maschinenbaus, der Verfahrenstechnik, der Werkstoff-Verarbeitung, der Medizintechnik, der Life-Science-Familie und der Kunststofftechnik sind unsere ersten Ansprechpartner
  • Wir bevorzugen bilaterale Kooperationen, die vom Industriepartner oder einer auf bilaterale Kooperation ausgerichteten Förderorganisation unterstützt werden mit dem Ziel, den Verwaltungsaufwand im Projekt gering und die Ergebnisgewinnung hoch zu halten. Wir orientieren Sie gerne über Kooperations- und/oder Fördermöglichkeiten. 

Einführung in die Medizin- & Kunststofftechnik:

Die moderne Medizintechnik erlebt einen nachhaltigen Aufschwung mit bedeutender volkswirtschaftlicher Dimension im doppelten Sinn: Sie hilft, Krankheiten zu behandeln um damit Patienten in den Arbeitsprozess zurückzuführen und sie nutzt moderne Technologien für neue Produkte und schafft damit Märkte und Arbeitsplätze. Ethisch immer hochgeachtet, war sie einst handwerkliche Disziplin allein und Brotgeber in Regionen, die heute, nachträglich, als Cluster ausgewiesen werden, v. a. früh im Grossraum Tuttlingen, später um Erlangen und ebenso früh entlang des Jura-Südfusses in der Schweiz.

An unsere Studierenden:

Sehr verehrte Studentin, sehr geehrter Student,

seien Sie mir sehr herzlich willkommen am Lehrstuhl für Medizintechnik mit Schwerpunkt Biokompatible Werkstoffe und Prozesstechniken. Sie sind nicht nur unser wichtigster Partner, in einem Begriff der Industrie sind Sie ein A-Kunde, sondern Sie sind auch echter Partner in der Fortentwicklung unseres Faches. Ich zähle sehr auf Ihre innovativen Ideen und Ihren Willen, etwas Neues zu erzeugen. Haben Sie keine Angst, dort einzutauchen, wir helfen Ihnen bei der Kommunikation. Ausgezeichnete Erfahrung und Infrastruktur stehen uns dafür zur Verfügung.

In guten wie in kritischen wirtschaftlichen Zeiten hat sich die Medizintechnik als Innovationstreiber für Diagnostik und Therapie bewährt: neueste Technologien, die teilweise aus weit entfernten Gebieten stammen, werden so zusammengeführt, dass ein körperverträgliches Produkt entsteht und erstmals oder besser als bisher Behandlungen oft schwerster und lebensbedrohlicher Erkrankungen möglich (Interdisziplinarität) werden.

Der Megatrend des Älterwerdens der Bevölkerung, auch dank der Medizintechnik, zugleich dem Anspruch der Menschen, dies ohne Schmerzen, ohne Gebrechlichkeit und mit vollem Spaß am Leben zu genießen, eröffnet der Medizintechnik einen stets wachsenden Markt.

Die Medizintechnik ist noch immer vorwiegend ein Kind des handwerklich-industriellen Mittelstandes. Oft einem schöpferisch-künstlerischen Akt gleich, kreieren begabte Handwerker, Ingenieure und Ärzte in einmütiger Inter- und Syndisziplinarität ein Bauteil, das ausserhalb des Körpers als Instrument oder innerhalb als Implantat dient und häufig höchstkomplex aufgebaut und mit Sensorik, Aktuatorik, Hard- und Software komplettiert ist. Etwa 1000 Unternehmen in Deutschland mit 250.000 Mitarbeitenden sind der Medizintechnik zuzuordnen. 50% aller medizintechnischen Produkte sind nicht älter als 2 Jahre und 10% des Umsatzes, eine im interindustriellen Vergleich sehr hohe Rate, wird in F&E-Aufwendungen investiert (1) und der Medizintechnik-Weltmarkt wächst mit ca. 7-9% jährlich (2). In der Schweiz, die von allen Ländern der Erde die höchste Konzentration an Medizintechnik aufweist, kommt auf jeweils 12.000 Einwohner eine medizintechnische Firma! An keiner Stelle dieses medizintechnisch so hochverdichteten Landes findet sich eine Fakultät oder ein Departement für Medizintechnik einer Technischen Hochschule oder einer Universität. Die Medizintechnik ist dagegen in einzelnen universitären Instituten und Lehrstühlen sowie an Fachhochschulen in Professuren und Arbeitsgruppen ausgewiesen. Diese kleinsten funktionellen Forschungseinheiten pflegen ihre disziplinären Wurzeln und arbeiten fallweise interdisziplinär und höchst erfolgreich zusammen. Interdisziplinarität ist immer ein Ergebnis, keine Primärqualität. Sie ist ereignisabhängig. Ohne sichere Disziplinarität der Akteure gibt es sie nicht. Man ist in einer Disziplin zu Hause und wirkt projektweise interdisziplinär zusammen.

Wie in vielen anderen Industriebereichen auch erfolgt ein Großteil der F&E in den Unternehmen selbst, die akademischen Forschungseinrichtungen unterstützen dann lediglich. Zertifizierungen mit umfangreichter Qualitätssicherung und äußerst strengen Regeln bis zur Zulassung eines Produkts sind typisch für die Medizintechnik. Auch hier eröffnen sich Forschungsmöglichkeiten.

Offenbar spielt in der Medizintechnik die langfristig angelegte Grundlagenforschung mit häufig nicht planbarem Ausgang eines Projektes eine erheblich geringere Rolle für den Erfolg neuer Produkte als das ausdauernde Optimieren und Verbessern mittels an anderer Stelle etablierten Technologien, unter Nutzung aller Hilfsmittel, z.B. der Berechnungstechnik, der Fertigungstechnik, der Feinmechanik, der Mikroelektronik etc. Die anwendungsorientierte kreative Leistung eines in der Medizintechnik Erfolgreichen, vollkommen gleichwertig mit der Schaffung von Grundlagenwissen, ist dieses zielgerichtete Zusammenführen von bestehenden Technologien oder deren Modifizierung. Sie kann nicht hoch genug bewertet werden, will man den Nutzen für den Patienten beurteilen.

Die Medizintechnik hat sich als typische Querschnittsdisziplin ausgewiesen, hervorgebracht vom geräte- und instrumentenorientierten industriellen Mittelstand und zunächst in wenigen Fakultäten (vor allem des Maschinenbaus und der Elektrotechnik) an Hochschulen und Fachhochschulen gepflegt. Inzwischen trägt sie Verantwortung für hunderttausende höchstqualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland und für rasante Fortschritte der klinischen Medizin in Diagnostik und Therapie weltweit: Das Zuliefernetz ist besonders diversifiziert. Auch die Prävention vor Krankheit, z. B. durch Lebensmitteltests und Impfungen und die möglichst hohe Sicherheit der Anwendung von Geräten und Implantaten durch normierte Prüfungen und Zertifikate gehören zum integralen Bestand der modernen Medizintechnik. Sie spannt fachlich einen Bogen vom Rollstuhl bis zum Tissue Engineering und sozioökonomisch vom Nebenerwerbs-Handwerker im Souterrain bis zum Globalkonzern. Dem erfolgreichen Probieren am Werkstück, z. B. an einem mikrochirurgischen Instrument, steht ein gleicher Rang zu wie dem rechnerbasierten Ergebnis aus einer strukturierten Forschungsabteilung, z.B. einer auf Krafteinleitung in den Knochen optimierten Hüftendoprothese. Handarbeit und Kopfarbeit sind von besonderer gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

Die Medizintechnik war zunächst eine "Annexdisziplin", angehängt, z. B. als Elektromedizin an eine elektrotechnische Fakultät. In Europa ist diese Abhängigkeit vom Bestehenden als typisch zu erkennen, nicht nur weil die Membran eines frühen Oxygenators der Herz-Lungenmaschine aus demselben Werkstoff bestand wie die damals übliche Wursthaut und damit der organisch-chemischen Industrie zuzuordnen war oder das Beispiel nicht resorbierbarer Fäden für die Chirurgie aus Nylon, hergestellt als Kleinmenge der damals zeitgemäßen Damenstrumpffabrikation. In den USA war das "biomedical engineering" bereits früh auf interdisziplinäre und molekulare Betrachtungsweisen ausgerichtet, während biologische Verfahren in Europa zunächst disziplinär blieben, überwiegend in der Biologie, später in der Biotechnologie.

Inzwischen ist die Medizintechnik als Vollmitglied der mehrdisziplinären Life Science-Familie anerkannt, gemeinsam mit der roten und der grünen Biotechnologie und biologisch orientierten Forschungen und Entwicklungen zahlreicher anderer Fächer, die eine Biologisierung erleben. Erweitert sollte man von Life Science Engineering sprechen, nicht weil die Wissenschaft (Science) durch die Ingenieurskunst (Engineering) bedroht würde sondern weil sich ein feinfühliger und effizienter Wirkverbund zwischen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis und dem Nutzen durch Anwendung derselben klar darstellen lässt. Das Spiel der Kräfte zwischen Disziplinarität und Interdisziplinarität ist in der Medizintechnik besonders bestimmend: Die Wirkung der Kräfte ist syndisziplinär: man wirkt zusammen, auf ein funktionales Ziel hin.

Die Verantwortung der Medizintechnik für einen großen Teil des 6. Kondratieffs, jenes eben begonnenen Wirtschaftszyklus' nach dem noch laufenden der Informatik, ist ebenso unbestritten: Gesundheitstechnologien (Health Care Technologies) werden einer älter werdenden Bevölkerung, die lebenslang den Anspruch auf Gesundheit erhebt, dienen. Die Ethik ist dabei integraler Bestandteil einer verantworteten Technologie geworden.

Die Märkte der Medizintechnik zeichnen sich aus durch ein fein gewebtes Netz von Zuliefer- und Konkurrenzbeziehungen, häufig in Personalunion, dem Außenstehenden erschließt es sich erst nach längerer Zeit. Innovationen setzen sich mit weniger Euphorie und Hitzigkeit durch als dies in mancher Entwicklung des Neuen Marktes zu erkennen ist. Der Patient als Regulativ der aufwärts und vorwärts gerichteten Beständigkeit, bedingt durch eingeforderte Lebenssicherheit und Verbesserung der medizinischen Behandlung zugleich, bestimmt damit indirekt die Wirtschaftsdynamik der Medizintechnik: Spekulative Elemente finden sich nicht. Aber die Sicherheit, in einer der ertragsstärksten Branchen zuhause zu sein. Dies trifft genauso zu für ein Lab-on-a-Chip wie für einen Herzkatheter oder einen Kernspintomographen. Studenten der Medizintechnik, wenig bedeutsam ob sie als Ingenieure eine Firma gründen werden, eine abhängige Beschäftigung in der Forschung oder dem Vertrieb suchen oder als technisch fortgebildete Ärzte freiberuflich tätig sein werden, bereiten ihren Einstieg in einen kontinuierlich sich fortentwickelnden, erfolgreichen Markt vor.

Allen Medizintechnischen Produkten ist gemeinsam, dass nicht eine Fachdisziplin allein sie geschaffen hat sondern Köpfe verschiedener Provenienz zusammenwirkten, geführt oder spontan, um ein neues Prinzip, ein neues Bauteil oder ein neues Verfahren für den kranken Menschen verfügbar zu machen. Und jedes Mal handelt es sich um eine Verbundlösung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, denn der direkte und kurze Weg vom Labor zum Patienten ist ein seltener, weil ethisch nicht respektiert. Industriebetriebe und hochqualifizierte Handwerker sind natürliche Partner der Medizintechniker, der Mediziningenieure und der Naturwissenschaftler in Fachhochschulen und Hochschulen. Medizintechnik ist eine strategische Allianz von Kopf und Hand mit langer Historie und faszinierender Zukunft zugleich.

Zur Kunststofftechnik

Kunststoffe, besser bezeichnet als Polymere, gelten als äußerst vielfältige Werkstoffgruppe, neben metallischen und keramischen Werkstoffen. Die grobe Einteilung unterscheidet Thermoplaste von Duroplasten und Elastomeren. Vor allem den durch Wärmezufuhr und Druck umformbaren Kunststoffen sowie den sich durch Rückstellkräfte in den Ausgangszustand verformenden Polymeren, auch kombiniert in einem Bauteil, widmen wir uns bevorzugt. Duroplastische Werkstoffe gehören nicht zu unserem Portfolio.


Wir verfügen über eine umfangreiche Infrastruktur, mit denen die interessierenden Polymere verarbeitet werden können. Neben acht Spritzgieß-Maschinen und drei Compoundier-Linien sind eine Reihe vom am Lehrstuhl entwickelten und hier gefertigten Maschinen, Vorrichtungen und Werkzeuge nutzbar. Die wichtigste zerstörende und nicht zerstörende Analytik ist ebenso vorhanden. Im besonderen legen wir mit einer Teachline Wert auf eine ausgezeichnete Ausbildung der Studenten durch Praktika.

Es gibt beste Gründe, die Medizin- und die Kunststofftechnik als Lehr- und Forschungsgebiete aus einer Hand anzubieten: Kunststoffe lassen sich z.B. an zahlreiche Anwendungen im Körper, temporär oder auf Dauer, anpassen. Wo Metalle durch Enzymwirkung Ionen abgeben, und dabei korrodieren, auch Edelstahl, können Kunststoffe (z.B. der Hochtemperaturthermoplast PEEK) resistent bleiben. Die Korrosionsforschung kann insofern von der Medizintechnik lernen.

Durch Faser- oder Partikelverstärkung sind höchste spezifische mechanische Kennwerte erreichbar. Die Ur- und Umformbarkeit im Bereich des Glasübergangs- oder Schmelzbereiches ist ein nicht hoch genug zu schätzender Vorteil unter dem Aspekt einer Bauteil-Fertigung, die hohe Stückzahlen bei gleichbleibender Qualität und geringen Stückkosten garantieren soll, ein erheblicher Beitrag an die Sicherheit und die Kostendämpfung im Gesundheitswesen. Sterilfertigung ist ein Ziel gegenwärtiger Forschungsbemühungen, damit könnte sogar der Schritt einer Sterilisation (z.B. mittels Gammastrahlen, im Wasserdampf oder mit Ethylenoxid) entbehrlich werden. Die Kunststoffindustrie (sowohl die Rohstoffproduzenten, die Maschinenhersteller als auch die Verarbeiter) ist ein natürlicher Partner der Medizintechnik. Zahlreiche Anstrengungen des Lehrstuhls sind darauf gerichtet, den Studierenden Wege in diese Industrien zu zeigen und bei deren Beschreiten zu helfen. 

Wir bieten einen Grundlagen-Unterrricht in Kunststoffen, Kunststofftechnologien und ausgewählten Anwendungen in der Medizintechnik und ausdrücklich auch im nicht medizinischen industriellen Umfeld an. Wir pflegen Forschungs- und Entwicklungs- Kooperationen sowohl mit Rohstoff- und Halbzeug-Herstellern als auch mit Maschinen-Herstellern und Verarbeitern. Das unten genannte Lehrbuch geht auf die Thermoplast-Verarbeitung im Gebiet unserer Forschungen, Entwicklungen und der zugehörigen Lehre besonders detailliert ein.Weitere Angaben zur Kunststofftechnik an unserem Lehrstuhl finden sich rechts, in der Textspalte, die sich an die Studierenden richtet.

Artikel 2009 modifiziert nach: "Medizintechnik in Bayern - Profile Porträts Perspektiven" Ausgabe 2002, fb-werbeservice, München

(1) aus: Wintermantel, Ha: Medizintechnik - Life Science Engineering, Springer 2008, p. 6

(2) ebd., p. 1703

  • Konzeptionierung und Aufbau des Zentralinstituts für Medizintechnik der TUM mit einer hochwettbewerbsfähigen Ausstattung (Gesamtinvestitionsvolumen knapp 27 Mio Euro),
  • Aufbau in Forschung und Lehre der Polymertechnologien und des Polymer-Engineerings und eines Fachmoduls Kunststofftechnik,
  • Leitung des Zentralinstituts für Medizintechnik der TUM in den ersten fünf Jahren,
  • Aufbau und Begleitung mehrerer Firmengründungen,
  • Konzeptionierung und Aufbau des ersten Masterstudiengangs Medizintechnik in Deutschland auf Hochschulniveau und Durchführung während der ersten 5 Jahre,
  • Errichtung von zwei Juniorprofessuren, den ersten an der TUM, mit den Fakultäten für Physik und für Mathematik, beide im Zentralinstitut angesiedelt, und
  • Initierung und Leitung von Kongressen in der Medizintechnik und in Polymertechnologien
  • Aufbau eines internationalen Vermittlungs-Netzwerkes für Studenten

Wenn ich Ihnen bei der Navigation in unseren Netzen mit einem Rat zur internationalen Ausrichtung besonders helfen kann, freut’s mich doppelt: der Wettbewerb unseres Landes ist auch Ihr persönlicher und er spielt sich überwiegend mit ausländischen Spielern ab. Ihre Wettbewerber müssen Sie früh kennenlernen, wenn Sie später erfolgreich sein wollen. Wir können Ihnen diese internationale Wettbewerbslage darstellen. In Summe haben meine Familie und ich etwa 20 Jahre im Ausland verbracht, davon sollen Sie profitieren können. Die ETH Zürich und das MIT haben dabei meine Werteskala besonders nachhaltig justiert.

Zugleich will ich Sie ermuntern, zu patentieren. Patente sind nicht nur mindestens gleichwertig mit wissenschaftlichen Publikationen in indexierten Journalen, sondern sie sind auch eine Währung, deren Wechselkurs Sie selbst als Patentinhaber in Verhandlungen bestimmen können, die einzige Währung bei der das geht, z. B. zum Erhalt von Risikokapital. Auch dazu will ich Sie ermuntern: Gründen Sie eine eigene Firma mit dem Rüstzeug, das Ihnen die TUM mitgibt und fragen Sie uns wie man das macht.

Unsere Forschungen und Kooperationen sind z.B. auf Biokompatible Werkstoffe in Systemen sowie der Ur- und Umformtechniken gerichtet, die nach Implantation in den menschlichen Körper dort möglichst lange gut funktionieren sollen oder - im Fall degradabler Werkstoffe - nach einer vorgegebenen Kinetik, abgebaut werden. Die gleiche Bedeutung hat die Entwicklung von Kunststoffsystemen für die Industrien des Maschinenbaus, z.B. hochfeste Kunststoff-Fügungen.

Polymere, Kunststoffe, haben dafür ein besonders hohes Nutzungspotential. Wir stellen Ihnen diese Werkstoffklasse gründlich vor. Bauteil-Beispiele mit biokompatiblen Werkstoffen sind Stents in Blutgefässen zum Verdrängen des Kalkes, keramische Mittelohrimplantate, Implantate für die Viszeralchirurgieoder lasttragende Implantate, die hohe Kräfte, z. B. in den Knochen, einleiten. Im Falle kleiner Kräfte ist das neueste Beispiel ein im Mikrospritzguss hergestelltes Mittelohrimplantat. Wir sind Teil einer Therapeutischen Medizintechnik, also von Interventionen im menschlichen Körper mit dem Ziel der Heilung. Damit grenzen wir uns ab von der Diagnostischen Medizintechnik, die die Ursache von Krankheiten erforscht und darstellt, aber nicht behandelt (z. B. Bildgebende Verfahren). In Therapeutischer Medizintechnik bilden wir aus und es lassen sich darin laufend Studien- und Doktorarbeiten gestalten, bevorzugt in Zusammenarbeit mit Firmen. Fragen Sie an!

Kunststoffe entfalten besondere Qualitäten in Kombination mit anderen Werkstoffen (Werkstoffverbunde und Verbundwerkstoffe), namentlich reinem Kohlenstoff in der Ausprägung als Fasern. Sie dienen als Matrix in Kohlenstoff-Faserverbundwerkstoffen (carbon fibre reinforced polymers), auch in Glasfaser- und anderen Faserverbünden und sie stellen z. B. als Polyacrylnitril (PAN) den Rohstoff mit der höchsten Ausbeute für Kohlenstoffasern dar. Auch als Matrix lässt sich ein Kunststoff nahezu vollkommen in Kohlenstoff umwandeln mit dem Ergebnis kohlenstofffaserverstärkten Kohlenstoffs (CFC). Reizvoll sind Gestaltungsmöglichkeiten im Spritzgiessen, einem diskontinuierlichen Fertigungs-Verfahren: komplexe Bauteile mit einer Masse von unter 1 mg „Schussgewicht“, z.B. als Mittelohrimplantat, lassen sich realisieren. Kunststoffe sind bedeutende Leichtbauwerkstoffe und erfüllen, faserverstärkt, „gefüllt“ (z. B. mit metallischen oder keramischen Füllern) oder auch mikrostrukturiert, besonders hohe Anforderungen an wirtschaftliche Fertigung hoher Stückzahlen, an Rezyklierbarkeit und, besonders in der Klinischen und Labor-Medizin gefordert, an einen sicheren Einmalgebrauch (single use instruments, disposables) steriler Instrumente. Ein bedeutendes kontinuierliches Fertigungsverfahren, das Extrudieren, ermöglicht, Halbzeuge, z.B. Profile und Rohre, sehr kostengünstig bei gleichbleibender Qualität herzustellen. Auch in diesem Verfahren lassen sich z.B. Verstärkungselemente und Farbstoffe einarbeiten, beide Verfahren, das Spritzgiessen und das Extrudieren ermöglichen ausserdem die Integration elektronischer Bauteile. 

Mit verstärkten Hochtemperaturthermoplasten (z.B. PEEK, Polyetheretherketon, Glasübergangstemperaturen dieser Polymere zwischen 300 und 400° C) lassen sich spezifische mechanische Eigenschaften von Bauteilen erzielen, die weit über den Werten von Stahl liegen mit der Trias hohe Festigkeit, hohe Steifigkeit und geringes spezifisches Gewicht. Grosse Gestaltunsgvielfalt erbringt die Ausrichtung der Molekülketten eines Polymers (z.B. in Folien) oder die Anordnung von Verstärkungsfasern zur Erzielung richtungsabhängiger mechanischer Eigenschaften, der Anisotropie, z.B. im Faser-Spritzgiessen. Kontinuierlich produziert, z.B. als Rohre oder Profile (Halbzeuge) vereinen Kunststoffbauteile Wirtschaftlichkeit, geringe Masse und geometrische Variabilität in höchstem Mass. Attraktiv sind die Färbbarkeit in der Masse, die Schäumbarkeit (open and closed cellular solids) und die Mehrkomponenten-Spritzgiessbarkeit (z.B. Hart-Weich-Kombinationen in einem Fertigungsprozess zur Optimierung der Haptik oder Mehrfarbigkeit für sicherheitsrelevante Bauteile. Unsere Lehrveranstaltungen, Vorlesungen und Praktika, berücksichtigen diese hohe Versatilität. 

Im persönlichen Gespräch mit Ihnen auf der Suche nach einer technischen Lösung verschwinden die Grenzen zwischen Forschung und Lehre, zwischen Entwicklung und Brainstorming. Nutzen Sie also die Chance zum Finden einer Lösung, zum Knüpfen eines Kontaktes in die Wissenschaft oder in die Industrie. Vielleicht entsteht daraus ein neues Verfahren, ein neues Implantat, ein Patent, eine Veröffentlichung oder sogar eine Firma, Ihre Firma. Schliesslich kann sich daraus ihr erster Arbeitsplatz entwickeln.

Es hat sich im Laufe der 12 Jahre meiner Tätigkeit an der TU München als besonders wertvoll herausgestellt, Studierende im Hinblick auf die Gestaltung ihres individuellen Berufsweges zu beraten und dafür ein in 30 Berufsjahren gewachsenes Netzwerk an Beziehungen zu Persönlichkeiten und Institutionen einzusetzen. Im besonderen sind mir die Stärkung von Stärken und die Diskussion bisher nicht beachteter Kombinationsmöglichkeiten individueller Fähigkeiten und Kompetenzen sehr wichtig. Bitte nehmen Sie die Gelegenheit, solche Gespräche zu führen, wahr, da sie eine wertvolle Ergänzung zu Ihren eigenen Planungen und Überzeugungen sein können. Auf diese Weise entdeckt man völlig Neues und sieht Entwicklungspotentiale vor sich. Studienarbeiten, Praktika und spätere Anstellungen außerhalb des bisher erfahrenen Lebensraumes sind mir dafür besonders wertvoll, auch Auslandsaufenthalte für die Durchführung von Studienarbeiten und Praktika. Die Internationalisierung Ihrer und damit auch unserer Netzwerke ist von besonderer Bedeutung. Wir sind dann zusammen ein Zukunft-Gestaltungs-Team

Ein Ingenieur ist ein Problemlöser, dabei bedient er sich aller Nachbardisziplinen, hier besonders der Naturwissenschaften und der klinischen Medizin. Wir tun dies im Bereich der Life Sciences und dort wieder innerhalb der Medizintechnik. Noch genauer: jenseits der Haut- und Schleimhautbarriere in direktem Kontakt mit Enzymen, Ionen und Zellen. Dabei geschieht es gar nicht so selten, dass man auch ein Problem bearbeitet, das mit seiner Lösung gar nicht im Zielgebiet endet sondern auf einem Nachbargebiet. Die Tribologie ist ein solches Gebiet. Dieselben Grundlagen taugen für die Entwicklung von Bobkufen und von künstlichen Gelenken. Mehrere solche Beispiele ermutigen, Nachbargebiete grundsätzlich einzubeziehen. Die entsprechenden Leistungen schafft nur ein Team, nicht ein Einzelner. Machen Sie doch einfach in unserem Team mit! Und: wenn wir etwas Medizintechnisches nicht selber machen, dann kennen wir meistens eine Person oder eine Stelle, die Ihnen weiterhilft. Fragen Sie!

Ingenieure teilen sich durch neue Verfahren, durch Produkte ("harte", aus Festkörpern oder "weiche", aus Programmen und Abläufen), weniger durch Papier, mit und sie haben eine integrierte Qualitätssicherung, die sich papiergebundene Disziplinen oft erst selbst schaffen müssen, sogenannte Evaluationsverfahren: den Markt als wichtigstes und unbestechliches Evaluierungs-Instrument. Wir denken sehr markt-, patienten- und industrienah.

Wofür wir eintreten 

  1. Strategie: Wir identifizieren Nischen der Therapeutischen Medizintechnik und kombinieren syndisziplinär Werkstoffe, Maschinenwesen und Medizin. Dabei enstehen aus Schnittstellen Nahtstellen und hohe Entwicklungspotentiale werden genutzt. Kunststoffe sind für uns dabei die wichtigsten Werkstoffe.
  2. Markt: Wir erfinden, erforschen und erproben Biokompatible Werkstoffe in Systemen. Maschinenbau, Physik, Chemie und Biologie sind die wichtigsten Partnerdisziplinen. Ärzte, Patienten und die Industrie sind Partner in der Aufgabenstellung, die Industrie ist unser natürlicher wichtiger Partner in der Umsetzung in marktfähige Produkte.
  3. Wettbewerbliche Bildung: Wir bilden Studentinnen und Studenten in diesem Gebiet so aus, dass sie im späteren Beruf einem internationalen Wettbewerb nicht nur standhalten sondern ihn in Teilgebieten auch bestimmen und gewinnen können. Grundlagen, Anwendungen und stete Wechselwirkung mit der Industrie sind die wichtigsten Elemente dieses Bemühens.
  4. Transfer: Wir initiieren Firmengründungen und Auslandskontakte und bauen sie aus. Dies geschieht in der Überzeugung einer wettbewerblichen Standortpflege.

 

Seien Sie uns sehr willkommen! Wir freuen uns auf Sie. Und surfen Sie durch unsere Homepage: Die Infrastruktur, die Forschung, die Lehre, die Presse, die Personen.

Prof. Dr. med. Dr.-Ing. habil. Erich Wintermantel